Anna Müller und Sandra Liane Braun im Gespräch über Beckenboden, Wechseljahre und Selbstfürsorge

Es gibt Themen, über die sprechen wir nicht so gerne. Nicht in der Mittagspause, nicht beim Abendessen, und manchmal nicht mal mit uns selbst. Der Beckenboden gehört oft dazu – dabei ist er zentral für unser körperliches Wohlbefinden, für unsere Kraft, unsere Körperwahrnehmung und ja, auch für unsere emotionale Stabilität.

In dieser Podcastfolge von Geschichten aus dem Frauenzimmer sprechen Anna Müller und Sandra Liane Braun genau über dieses stille Thema – offen, ehrlich und mit ganz viel Tiefe.

Was ist Beckenbodengesundheit – und warum betrifft sie so viele Frauen?

Anna ist Physiotherapeutin mit eigener Praxis in Mannheim, spezialisiert auf Beckenbodengesundheit. Sie erzählt im Gespräch, wie sie immer wieder erlebt, dass Frauen erst dann Hilfe suchen, wenn bereits Beschwerden vorhanden sind – Inkontinenz, Schmerzen, ein diffuses Gefühl von Instabilität oder einfach das Empfinden, „nicht richtig im Körper zu sein“.
Dabei wäre Prävention so kraftvoll. Ein bewusster Zugang zum Beckenboden – etwa über Check-ups, individuell angepasste Rückbildungskurse oder gezielte Wahrnehmungsübungen – kann Frauen helfen, wieder bei sich selbst anzukommen. Im Körper, aber auch im Leben.

Ich arbeite bewusst nur mit Frauen. Für mich ist das ein Schutzraum, in dem wir ganz anders über Körper und Gesundheit sprechen können.
– Anna

Beckenboden & Wechseljahre – was du wissen solltest

Wenn der Hormonhaushalt sich verändert, verändert sich oft auch das Körpergefühl. In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel – und damit auch die Spannung in Muskeln und Bindegewebe. Besonders der Beckenboden ist davon betroffen. Viele Frauen bemerken in dieser Phase erste Veränderungen: ein Nachlassen der Kontrolle über Blase oder Darm, ein Gefühl von Instabilität oder einfach das diffuse Empfinden, „nicht mehr richtig im eigenen Körper zu wohnen“.

Hinzu kommen emotionale Aspekte wie Gereiztheit, Erschöpfung, innere Unruhe – oft als typische Wechseljahresbeschwerden abgetan, dabei aber eng verbunden mit körperlicher Anspannung und einem Gefühl von Kontrollverlust.

Gerade jetzt ist es wichtig, die Verbindung zum eigenen Körper zu stärken, liebevoll hinzuspüren und sich Unterstützung zu holen. Mit gezielten Wahrnehmungsübungen, fachlicher Begleitung und dem offenen Gespräch über diese Veränderungen können Frauen in dieser Phase wieder mehr Stabilität, Kraft und Selbstvertrauen entwickeln.

Viele meiner Patientinnen in den Wechseljahren erleben das erste Mal bewusst, wie zentral der Beckenboden für ihr gesamtes Wohlbefinden ist – körperlich wie emotional.
– Anna

Die Wechseljahre sind keine Krankheit. Aber sie sind ein Übergang, der neue Aufmerksamkeit braucht – und ganz viel Selbstfürsorge.

Selbstfürsorge beginnt mit Körperwahrnehmung

Diese Folge ist eine Einladung:

  • zur Achtsamkeit
  • zum Hinschauen
  • zum Fühlen – und zum Annehmen

Denn Frauengesundheit ist weit mehr als Rückbildung nach der Geburt. Es geht um ein ganzheitliches Verständnis von Wohlbefinden. Um das Zulassen von Unterstützung. Und um das Vertrauen, dass du deinem Körper wieder näherkommen kannst – ganz ohne Druck, aber mit viel liebevoller Aufmerksamkeit.

5 Impulse für mehr Körperbewusstsein im Alltag

  1. Nimm dir Zeit, in deinen Körper hineinzuspüren. Nicht nur, wenn etwas weh tut.
  2. Beziehe den Beckenboden bewusst in deine Bewegungen mit ein.
  3. Erkenne Stress nicht nur im Kopf, sondern auch im Körper.
  4. Sprich über Beschwerden – auch wenn sie dir unangenehm sind.
  5. Such dir Unterstützung, bevor du am Limit bist.

Frauengesundheit braucht Raum, Wissen – und Mut

Dieses Gespräch ist keine medizinische Anleitung. Es ist eine Einladung, den eigenen Körper wieder mehr zu spüren. Ihm zuzuhören. Und ihm zu vertrauen.
Vielleicht ist genau das der erste Schritt, um in deine Kraft zurückzufinden.

🎧 Jetzt reinhören – und entdecken, wie Körperbewusstsein zur Quelle von Ruhe, Kraft und Selbstverbindung werden kann.

Anna Müller im Netz:
Website: www.beckenbodentrainieren.com
Instagram: instagram.com/beckenbodentrainieren

Sandra Liane Braun im Netz:
Website: www.sandralianebraun.de
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