Warum neue Lebensphasen auch neue Zugänge zu uns selbst eröffnen können
Über Sexualität wird oft erst gesprochen, wenn Probleme entstehen: wenn Nähe fehlt, Beziehungen sich verändern oder Unsicherheit auftaucht. Dabei ist Sexualität viel mehr als ein „Thema“ innerhalb einer Partnerschaft – sie gehört zu unserem Selbstbild, zu unserer Körperwahrnehmung und zu der Frage, wie verbunden wir mit uns selbst sind.
In dieser Podcast-Folge von Geschichten aus dem Frauenzimmer sprechen Christina Schreiner und Carina Beutler offen über Sexualität, Selbstwahrnehmung und persönliche Entwicklung – und darüber, warum gerade neue Lebensphasen oft auch neue Zugänge zu uns selbst eröffnen können.
Sexualität betrifft mehr als Beziehungen
Viele Menschen verbinden Sexualität vor allem mit Partnerschaft. Doch im Gespräch wird deutlich: Sexualität beginnt viel früher – nämlich bei der Beziehung zu uns selbst.
- Wie nehme ich meinen Körper wahr?
- Was wünsche ich mir eigentlich?
- Was fühlt sich gut an – und was nicht?
- Kann ich über Bedürfnisse sprechen?
Gerade Frauen erleben oft, dass sie lange funktionieren, Erwartungen erfüllen oder sich stark an anderen orientieren, ohne sich diese Fragen wirklich zu stellen.
Erst einschneidende Veränderungen – wie eine Trennung, ein neuer Lebensabschnitt oder persönliche Krisen – schaffen manchmal den Raum, sich selbst neu zu begegnen.
Warum Trennungen oft ein Wendepunkt sein können
Christina begleitet Frauen nach Trennungen dabei, wieder in Verbindung mit sich selbst und ihren Bedürfnissen zu kommen. Dabei erlebt sie immer wieder, dass Trennungen zwar schmerzhaft sind, gleichzeitig aber auch Entwicklung ermöglichen können.
Wenn alte Rollen wegfallen, entstehen neue Fragen:
- Wer bin ich eigentlich ohne diese Beziehung?
- Was brauche ich wirklich?
- Wie möchte ich künftig leben, lieben und Beziehung gestalten?
Viele Frauen beginnen in solchen Phasen erstmals bewusst, sich mit ihrer eigenen Sexualität auseinanderzusetzen – unabhängig von Erwartungen oder gesellschaftlichen Bildern.
Scham, Unsicherheit und fehlende Kommunikation
Ein zentrales Thema der Folge ist auch die Scham rund um Sexualität.
Noch immer fällt es vielen Menschen schwer,
- offen über Wünsche zu sprechen,
- Unsicherheiten zu benennen,
- oder überhaupt Worte für die eigene Sexualität zu finden.
Carina Beutler erlebt in ihrer Arbeit als Paar- und Sexualtherapeutin immer wieder, wie sehr fehlende Kommunikation Beziehungen belasten kann – und wie entlastend ehrliche Gespräche gleichzeitig sind.
Sexualität ist nichts, das „einfach funktioniert“.
Sie verändert sich mit dem Leben, mit Erfahrungen, mit dem Körper und mit unseren Beziehungen.
Die eigene sexuelle Reise darf sich verändern
Besonders schön spürbar wird in der Folge:
Es gibt keinen festen Endpunkt, an dem man „ankommt“.
Die eigene Sexualität darf sich verändern.
Bedürfnisse dürfen sich verändern.
Auch das Verständnis von Nähe, Lust und Beziehung darf sich verändern.
Und genau darin liegt oft etwas sehr Befreiendes.
Neue Lebensphasen können deshalb auch Einladungen sein:
- neugieriger auf sich selbst zu werden,
- alte Vorstellungen loszulassen,
- und sich selbst bewusster wahrzunehmen.
Selbstannahme statt Perfektion
Im Gespräch wird außerdem deutlich, wie eng Sexualität mit Selbstwert und Körpergefühl verbunden ist.
Wer ständig gegen den eigenen Körper arbeitet,
wer sich schämt,
wer sich nicht zeigt oder nicht spürt,
dem fällt es oft schwer, Nähe wirklich zuzulassen.
Deshalb beginnt erfüllte Sexualität häufig nicht im Außen – sondern bei Selbstannahme, Körperwahrnehmung und einem liebevolleren Blick auf sich selbst.
5 Impulse aus der Folge
- Sexualität gehört zum Leben dazu.
Sie ist nichts Peinliches oder Tabuisiertes. - Neue Lebensphasen dürfen neue Fragen mitbringen.
Entwicklung endet nicht nach einer Beziehung oder ab einem bestimmten Alter. - Kommunikation verändert Beziehungen.
Ehrliche Gespräche schaffen Nähe und Verständnis. - Bedürfnisse dürfen sich verändern.
Sexualität ist nichts Starres. - Selbstannahme ist ein wichtiger Schlüssel.
Verbindung zu anderen beginnt oft mit der Verbindung zu dir selbst.
Fazit: Sexualität darf lebendig sein
Diese Podcast-Folge lädt dazu ein, Sexualität offener, neugieriger und weniger bewertend zu betrachten.
Christina Schreiner im Netz:
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Carina Beutler im Netz:
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